Welche Kündigungsfristen gelten bei Abos in Deutschland?
Was sich 2022 geändert hat, warum sich Jahresverträge nicht mehr um ein Jahr verlängern, und wie du die Frist für deinen Vertrag richtig berechnest.
Kurz gesagt
Für neuere Verbraucherverträge ist die automatische Verlängerung um ein volles Jahr abgeschafft: Nach Ablauf der Erstlaufzeit läuft der Vertrag auf unbestimmte Zeit weiter und ist mit einem Monat kündbar. Die Kündigungsfrist zum Ende der Erstlaufzeit darf einen Monat nicht überschreiten. Für ältere Verträge gilt weiterhin das, was vereinbart wurde.
Leutrim Miftaraj
Gründer, SubTracker · Aktualisiert 7. September 2026
Was sich geändert hat
Verbraucherverträge, die ab dem 1. März 2022 geschlossen wurden, verlängern sich nach der Erstlaufzeit auf unbestimmte Zeit mit einer Kündigungsfrist von einem Monat statt um ein weiteres Jahr. Das ist die praktisch wichtigste Änderung im deutschen Abo-Recht der letzten Jahre, und sie ist erstaunlich wenig bekannt.
Die klassische Falle sah so aus: Zwölf Monate Laufzeit, drei Monate Kündigungsfrist, und wer den Termin verpasste, hing weitere zwölf Monate fest. Diese Konstruktion ist für neuere Verträge nicht mehr zulässig.
Wichtig für die eigene Einordnung: Das Datum, das zählt, ist der Vertragsschluss — nicht die letzte Verlängerung. Ein 2019 geschlossener Vertrag, der sich seither jährlich verlängert hat, ist ein alter Vertrag.
Die drei Fristen, die man auseinanderhalten muss
Die meisten Missverständnisse in diesem Feld entstehen daraus, dass drei verschiedene Zeiträume denselben Namen bekommen.
Die Mindestlaufzeit. Der Zeitraum, in dem eine ordentliche Kündigung gar nicht möglich ist. Bei Streaming meist keiner, bei Fitness zwölf bis vierundzwanzig Monate.
Die Kündigungsfrist zum Laufzeitende. Wie lange vor Ablauf die Kündigung eingehen muss. Bei Verbraucherverträgen mit Laufzeit darf sie einen Monat nicht überschreiten.
Die Frist nach der Verlängerung. Sobald der Vertrag auf unbestimmte Zeit läuft, ist er mit einem Monat kündbar — jederzeit, nicht nur zu einem Stichtag.
Wie du deine Frist tatsächlich berechnest
Nimm das Datum des Vertragsschlusses, nicht der ersten Abbuchung. Die beiden liegen oft Tage auseinander, und bei einer knappen Frist entscheidet das.
Zähle die Mindestlaufzeit dazu. Das ergibt das Laufzeitende.
Zieh die Kündigungsfrist ab. Das ist dein spätester Termin.
Setz dir zwei Erinnerungen, nicht eine: drei Monate und einen Monat vor diesem Termin. Beträgt die Frist selbst drei Monate, ist die erste sonst schon zu spät.
Bei Unsicherheit hilft eine Formulierung, die den Rechenfehler auffängt: „Hilfsweise kündige ich zum nächstzulässigen Termin." Damit greift die Kündigung auch dann, wenn du dich um ein paar Tage vertan hast.
Was bei einem fehlenden Kündigungsbutton gilt
Unabhängig von allen Fristen: Seit dem 1. Juli 2022 verlangt § 312k BGB einen deutlich sichtbaren Kündigungsbutton bei Verträgen, die online abgeschlossen werden können. Fehlt er, ist die Kündigung jederzeit und fristlos möglich — die vereinbarte Frist gilt dann nicht.
Das ist der Grund, warum sich der Blick auf die Website des Anbieters lohnt, bevor man sich mit einer Frist abfindet.
Widerruf ist etwas anderes als Kündigung
Bei im Fernabsatz geschlossenen Verträgen besteht ein vierzehntägiges Widerrufsrecht ohne Angabe von Gründen. Ein Widerruf führt zur vollständigen Rückabwicklung, eine Kündigung nur zur Beendigung für die Zukunft. Bei einem Vertrag, der vor wenigen Tagen geschlossen wurde, ist der Widerruf deshalb der deutlich stärkere Weg.
Was diese Seite ist und was nicht
Sie fasst die Rechtslage allgemein zusammen und ersetzt keine Rechtsberatung. Massgeblich sind im Einzelfall die AGB deines Anbieters, dein konkreter Vertrag und die aktuelle Rechtsprechung.
Wenn es um einen nennenswerten Betrag geht, sind die Verbraucherzentralen in Deutschland, der Verein für Konsumenteninformation in Österreich und die kantonalen Konsumentenschutz-Organisationen in der Schweiz die richtigen Anlaufstellen. Sie kennen die üblichen Muster einzelner Anbieter, was oft schneller weiterhilft als eigene Korrespondenz.
Wo ein Abo-Tracker hilft und wo nicht
Er hilft bei der Frist. Fast jeder Streit in diesem Feld entsteht daraus, dass ein Termin verpasst wurde — nicht daraus, dass jemand seine Rechte nicht kannte. Ein Verlängerungsdatum an einer Stelle, die dich rechtzeitig erreicht, verhindert mehr Ärger als jede Kenntnis der Paragrafen.
Er hilft nicht beim Durchsetzen. SubTracker verbindet sich nicht mit deinem Konto. Du trägst jedes Abo einmal selbst ein — das dauert etwa zehn Minuten und ist der Preis dafür, dass kein Dritter deine Kontoumsätze sieht. SubTracker kündigt nicht für dich, schreibt keine Mahnung und führt keinen Schriftverkehr. Dafür gibt es Kündigungsdienste wie Volders oder Aboalarm und, bei ernsthaften Auseinandersetzungen, den Konsumentenschutz.
Quelle: BGB § 309 Nr. 9, Gesetze im Internet, geprüft am 7. September 2026.
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Die meisten Menschen zahlen für mehr Abos, als sie aufzählen können. Unbegrenzt viele Abos kostenlos verfolgen — ohne Karte, ohne Bankzugang.
Kostenlos startenHäufige Fragen
Verlängert sich mein Abo automatisch um ein weiteres Jahr?+
Bei neueren Verbraucherverträgen nicht mehr: Sie laufen nach der Erstlaufzeit auf unbestimmte Zeit weiter und sind mit einem Monat Frist kündbar. Massgeblich ist das Datum des Vertragsschlusses, nicht das der letzten Verlängerung — ein älterer Vertrag bleibt ein älterer Vertrag.
Wie lang darf die Kündigungsfrist maximal sein?+
Bei Verbraucherverträgen mit Laufzeit darf die Frist zum Ende der Laufzeit einen Monat nicht überschreiten. Läuft der Vertrag danach auf unbestimmte Zeit weiter, beträgt die Frist ebenfalls einen Monat, dann aber jederzeit und nicht nur zu einem Stichtag.
Ab welchem Datum berechne ich die Frist?+
Ab dem Vertragsschluss, nicht ab der ersten Abbuchung — die beiden liegen oft einige Tage auseinander, und bei einer knappen Frist entscheidet genau das. Nimm dieses Datum, addiere die Mindestlaufzeit und ziehe die Kündigungsfrist ab.
Was, wenn ich mich bei der Frist verrechne?+
Nimm in die Kündigung den Satz auf: „Hilfsweise kündige ich zum nächstzulässigen Termin." Damit greift die Kündigung auch dann, wenn dein berechneter Termin um einige Tage danebenlag, statt vollständig ins Leere zu laufen.
Gelten diese Fristen auch in Österreich und der Schweiz?+
Nein. Es handelt sich um deutsches Recht. Österreich regelt stillschweigende Verlängerungen über das Konsumentenschutzgesetz mit eigenen Anforderungen; in der Schweiz gibt es keine entsprechende gesetzliche Begrenzung, dort ist massgeblich, was in den AGB vereinbart wurde.
