Was passiert mit den Abos einer verstorbenen Person?
Abos laufen nach einem Todesfall weiter, bis jemand sie beendet. Wo du sie findest, wer kündigen darf, und welche Nachweise Anbieter verlangen.
Kurz gesagt
Abos enden nicht automatisch mit dem Tod. Die Abbuchungen laufen weiter, bis jemand sie beendet. Erben oder Nachlassverwalter können mit Sterbeurkunde und Nachweis der Berechtigung kündigen; viele Anbieter haben dafür einen eigenen Weg. Der schwierigste Teil ist nicht das Kündigen, sondern das Finden — Kontoauszug, Apple- und Google-Konto und PayPal getrennt prüfen.
Leutrim Miftaraj
Gründer, SubTracker · Aktualisiert 7. September 2026
Warum die Abbuchungen weiterlaufen
Ein Abo ist ein Vertrag, und ein Vertrag endet nicht dadurch, dass eine Vertragspartei stirbt. Er geht auf die Erben über. Praktisch heisst das: Solange niemand kündigt, wird weiter abgebucht — bei Jahresabos möglicherweise noch Monate später.
Das trifft Angehörige oft in einer Phase, in der niemand Kontoauszüge liest. Es ist deshalb kein Versäumnis, sondern eine Eigenschaft der Situation.
Der schwierige Teil ist das Finden
Kündigen ist meist unkompliziert. Die Abos überhaupt zu finden, ist es nicht — und die üblichen Stellen decken nur einen Teil ab.
Kontoauszug der letzten drei bis zwölf Monate. Zwölf, wenn Jahresabos möglich sind. Nach wiederkehrenden Beträgen suchen.
Apple-Konto. Unter Einstellungen, Name, Abonnements. Diese Abos erscheinen auf dem Auszug nur als Sammelbuchung ohne Aufschlüsselung.
Google-Play-Konto. Zahlungen und Abos. Gleiches Problem, gleiche Lösung.
PayPal. Unter den automatischen Zahlungen. Diese stehen weder bei Apple noch bei Google und auf dem Auszug nur als PayPal-Buchung.
Postfach. Suche nach „Abonnement", „Verlängerung" und „Rechnung". Fängt ein, was über eine dritte Zahlungsart läuft.
Ohne Zugang zu den Geräten wird es schwieriger. Apple und Google haben Verfahren für den Nachlasszugriff, die Zeit brauchen — bei Apple lässt sich zu Lebzeiten ein Nachlasskontakt hinterlegen, was diesen Weg erheblich abkürzt.
Wer kündigen darf und womit
In der Regel Erben oder ein Nachlassverwalter. Üblicherweise verlangt werden eine Sterbeurkunde und ein Nachweis der Berechtigung — Erbschein, Testamentsvollstreckerzeugnis oder je nach Land ein gleichwertiges Dokument.
Viele grössere Anbieter haben einen eigenen Weg für diese Fälle und verlangen dann weniger. Es lohnt sich, danach zu suchen, bevor man den regulären Kündigungsweg geht.
Wenn nach der Kündigung weiter abgebucht wird
Bei SEPA-Lastschriften kannst du innerhalb von acht Wochen ohne Angabe von Gründen zurückbuchen lassen; bei nicht autorisierten Lastschriften beträgt die Frist dreizehn Monate. Zusätzlich lässt sich der Bank ein Lastschriftverbot für einen bestimmten Zahlungsempfänger erteilen.
Wichtig: Eine Rückbuchung stoppt die Zahlung, hebt den Vertrag aber nicht auf. Kläre die Kündigung zuerst.
Rechtslage in DE, AT und CH
Deutschland. undefined. Fehlt er, ist die Kündigung jederzeit und fristlos möglich. undefined.
Österreich. Das Konsumentenschutzgesetz begrenzt stillschweigende Verlängerungen und verlangt einen Hinweis, kennt aber keinen dem deutschen entsprechenden Kündigungsbutton.
Schweiz. Weder Kündigungsbutton noch gesetzliche Begrenzung der Verlängerung. In der Schweiz besteht kein allgemeines Widerrufsrecht im Fernabsatz — massgeblich sind die AGB des Anbieters und das Obligationenrecht. Praktisch heisst das: schriftlich kündigen und den Eingang bestätigen lassen — der eigene Nachweis wiegt hier schwerer, weil weniger Gesetz dahintersteht.
Widerruf, nicht Kündigung. Bei im Fernabsatz geschlossenen Verträgen besteht ein vierzehntägiges Widerrufsrecht ohne Angabe von Gründen — das gilt in DE und AT, nicht in der Schweiz.
Wenn trotz Kündigung abgebucht wird. Eine autorisierte SEPA-Lastschrift kann innerhalb von acht Wochen nach Belastung ohne Angabe von Gründen zurückgegeben werden; bei nicht autorisierten Lastschriften beträgt die Frist dreizehn Monate.
Diese Seite gibt allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung. undefined
Ausführlich: Kündigungsbutton, Fristen in Deutschland, Schweiz, Österreich.
Wo SubTracker die falsche Antwort ist
Du willst, dass Abbuchungen für dich gefunden werden. SubTracker findet kein Abo, das du vergessen hast, weil es dein Konto nie sieht. Wenn dein Problem lautet „ich weiss nicht, wofür ich zahle", fang mit einem Werkzeug mit Kontoanbindung an oder geh drei Monate Kontoauszug einmal von Hand durch — und entscheide danach, wo die Liste dauerhaft leben soll.
Du willst, dass jemand anders kündigt. Volders und Aboalarm verschicken Kündigungen in deinem Namen, achten auf Fristen und liefern einen Nachweis. SubTracker sagt dir, was wann fällig ist; kündigen musst du selbst.
Du verwaltest Software-Ausgaben einer Firma. Freigabeketten, SSO, Lizenzverlängerungen über Abteilungen hinweg — dafür gibt es Beschaffungssoftware wie Cledara oder Spendesk. Die geteilten Arbeitsbereiche hier sind auf einen Haushalt oder ein kleines Team zugeschnitten.
Wenn du es ausprobieren willst
Der freie Plan verfolgt unbegrenzt viele Abos, ohne Karte und ohne Ablaufdatum — CSV-Import, Kalender-Abgleich und Export inbegriffen. Erinnerungen vor der Verlängerung und Preisänderungs-Alarme gehören zu Plus, geteilte Listen für den Haushalt zum Familien-Plan.
Die Daten liegen in London (Grossbritannien) und unterliegen der UK GDPR; die Übermittlung aus der EU stützt sich auf einen Angemessenheitsbeschluss.
Ehrlich eingeordnet: Der freie Plan reicht, um herauszufinden, ob die Gewohnheit hält. Die meisten finden in der ersten Sitzung zwei oder drei Dinge, von denen sie nichts mehr wussten. Falls nicht, läuft er einfach weiter und du hast zehn Minuten verloren.
Behalte deine Abo-Kosten im Blick
Die meisten Menschen zahlen für mehr Abos, als sie aufzählen können. Unbegrenzt viele Abos kostenlos verfolgen — ohne Karte, ohne Bankzugang.
Kostenlos startenHäufige Fragen
Enden Abos automatisch, wenn jemand stirbt?+
Nein. Ein Abo ist ein Vertrag, der auf die Erben übergeht, und die Abbuchungen laufen weiter, bis jemand kündigt. Bei Jahresabos kann das noch Monate nach dem Todesfall zu einer Belastung führen, ohne dass jemand damit rechnet.
Welche Unterlagen verlangen Anbieter für eine Kündigung im Todesfall?+
Üblich sind eine Sterbeurkunde und ein Nachweis der Berechtigung — Erbschein, Testamentsvollstreckerzeugnis oder ein gleichwertiges Dokument je nach Land. Viele grössere Anbieter haben einen eigenen Weg für diese Fälle mit geringeren Anforderungen; danach zu suchen lohnt sich vor dem regulären Kündigungsweg.
Wie finde ich die Abos, wenn ich keinen Zugang zu den Geräten habe?+
Über den Kontoauszug der letzten zwölf Monate und die Suche im Postfach, sofern zugänglich. Apple und Google haben Verfahren für den Nachlasszugriff, die aber Zeit brauchen. Bei Apple lässt sich zu Lebzeiten ein Nachlasskontakt hinterlegen — das kürzt diesen Weg erheblich ab.
Kann ich die Abbuchungen einfach zurückbuchen lassen?+
Bei SEPA-Lastschriften innerhalb von acht Wochen ohne Begründung, bei nicht autorisierten Lastschriften innerhalb von dreizehn Monaten. Das stoppt aber nur die Zahlung und beendet den Vertrag nicht — kläre erst die Kündigung, sonst können sich offene Forderungen sammeln.
Was ist mit Abos, die über den App Store laufen?+
Die erscheinen auf dem Kontoauszug nur als Sammelbuchung ohne Aufschlüsselung. Du findest sie nur direkt im Apple-Konto unter „Abonnements" beziehungsweise im Google-Play-Konto. Das ist die Stelle, die bei dieser Aufgabe am häufigsten übersehen wird.
