Cloud-Speicher im Vergleich — iCloud, Google One, Dropbox
Warum fast jeder mehrere Cloud-Abos parallel zahlt, welcher Dienst wofür taugt, und was du vor einer Kündigung unbedingt exportieren musst.
Kurz gesagt
Cloud-Speicher ist die Kategorie mit den meisten unbemerkten Doppelzahlungen, weil jeder Dienst über sein Gerät hereinkommt und keiner je aktiv ausgewählt wurde. Vor einer Kündigung gilt eine Regel ausnahmslos: erst exportieren, dann kündigen. Es ist die einzige Abo-Kategorie, in der ein Kündigungsfehler Daten kostet und nicht nur Geld.
Leutrim Miftaraj
Gründer, SubTracker · Aktualisiert 7. September 2026
Warum hier fast jeder doppelt zahlt
Cloud-Speicher wird selten bewusst gekauft. Er kommt über das Gerät: Das iPhone meldet, dass iCloud voll ist, und bietet den nächsten Tarif an. Das Android-Telefon macht dasselbe mit Google One. Dropbox stammt aus einem Projekt vor Jahren. Ein Arbeitgeber stellt OneDrive.
Das Ergebnis ist bei sehr vielen Menschen dasselbe: zwei oder drei laufende Speicher-Abos, von denen keines je gegen die anderen abgewogen wurde, und zusammengenommen weit mehr Speicher als nötig.
Was die Dienste tatsächlich unterscheidet
iCloud+ ist die einzige sinnvolle Wahl für Geräte-Backups von iPhone und iPad. Kein anderer Dienst kann das vollständig übernehmen. Als allgemeiner Dateispeicher ausserhalb der Apple-Welt ist er schwächer.
Google One teilt den Speicher zwischen Gmail, Drive und Fotos. Das ist der Punkt, den die meisten übersehen: Ein volles Postfach kann dazu führen, dass Fotos nicht mehr gesichert werden. Die Zusammenlegung ist praktisch, macht aber jede Speicherentscheidung zu einer Entscheidung über alle drei Dienste.
Dropbox ist beim Teilen und bei der Zusammenarbeit über Plattformen hinweg am stärksten und beim reinen Preis pro Speicherplatz am schwächsten. Wenn du Dateien überwiegend allein ablegst, zahlst du für Funktionen, die du nicht nutzt.
OneDrive ist in Microsoft 365 enthalten. Wer das Paket wegen Office ohnehin hat, hat Speicher bereits bezahlt — ein zusätzliches Dropbox-Abo daneben ist dann meist eine echte Doppelzahlung.
Die Aufräumreihenfolge
Erst zählen, was du tatsächlich belegst. Nicht, was du gebucht hast. Der Unterschied ist bei den meisten erheblich, und die tatsächliche Belegung steht in jedem Dienst in den Einstellungen.
Dann Familien-Tarife prüfen. Google One und iCloud+ teilen den Speicher innerhalb der Familie, ohne dass jemand die Dateien der anderen sieht. Zwei Einzeltarife im Haushalt sind fast immer teurer als ein geteilter.
Dann erst kündigen. Und hier gilt die Regel unten.
Die einzige Regel, die keine Ausnahme kennt
Erst exportieren, dann kündigen. Cloud-Speicher ist die einzige Abo-Kategorie, in der eine übereilte Kündigung Daten kostet.
Die Fristen bis zur Löschung unterscheiden sich je Anbieter und ändern sich; verlass dich nicht auf eine Zahl, sondern lade herunter, bevor du kündigst. Bei iCloud gilt zusätzlich: Wenn du unter das gebuchte Kontingent fällst, hören die Geräte-Backups auf zu funktionieren — das merkt man erst, wenn man ein Backup braucht.
Google bietet über Takeout einen vollständigen Export, Apple und Dropbox jeweils eigene Wege. Nimm dir den Nachmittag, bevor du sparst.
Die Frage, die im DACH-Raum meist den Ausschlag gibt
Abo-Tracker zerfallen in zwei Gruppen, und der Unterschied wiegt schwerer als jede Funktionsliste.
Mit Kontoanbindung. Diese Dienste verbinden sich über einen Aggregator wie Tink, Plaid oder finAPI mit deinem Konto und lesen die Umsätze, um wiederkehrende Abbuchungen zu erkennen. Das ist bequem, und es heisst zugleich: ein Dritter führt eine laufend aktualisierte Aufstellung darüber, wo du überall Geld ausgibst. Nicht nur Abos — alles.
Ohne Kontoanbindung. SubTracker fasst dein Konto nicht an. Du trägst jedes Abo einmal ein. Der Dienst kennt Anbieter, Betrag und Verlängerungsdatum, die du eingegeben hast, und sonst nichts. Es gibt keine Umsatzhistorie, die abfliessen könnte, weil nie eine erhoben wurde.
Keiner der beiden Wege ist grundsätzlich richtig. Wenn dir Geschwindigkeit über alles geht, gewinnt die Kontoanbindung. Wenn du für zehn gesparte Minuten keinen Kontozugang vergeben willst, ist manuelle Eingabe ein vertretbarer Preis.
Die Daten liegen in London (Grossbritannien) und unterliegen der UK GDPR; die Übermittlung aus der EU stützt sich auf einen Angemessenheitsbeschluss. Jedes Konto kann alles als CSV oder JSON exportieren und sich in den Einstellungen endgültig löschen.
Wo SubTracker nicht die richtige Wahl ist
Kein Werkzeug passt für alle, und so zu tun als ob, kostet dich nur Zeit.
Du willst automatische Erkennung über dein Konto. SubTracker verbindet sich nicht mit deinem Konto. Du trägst jedes Abo einmal selbst ein — das dauert etwa zehn Minuten und ist der Preis dafür, dass kein Dritter deine Kontoumsätze sieht. Wenn dir zehn Minuten Einrichtung zu viel sind und du dafür Bankzugang gibst, sind Finanzguru oder die Umsatzanalyse deiner Bank-App der schnellere Weg.
Du willst, dass jemand für dich kündigt. Dienste wie Volders oder Aboalarm verschicken die Kündigung in deinem Namen und kümmern sich um Fristen und Nachweis. SubTracker sagt dir, was wann zu kündigen ist — kündigen musst du selbst.
Du verwaltest Software-Ausgaben einer Firma. Für Lizenzverwaltung über Abteilungen hinweg, mit Freigabeprozessen und SSO, sind Cledara oder Spendesk gebaut. Die geteilten Arbeitsbereiche hier sind für Haushalte und kleine Teams gedacht.
Wie du anfängst
Der freie Plan verfolgt unbegrenzt viele Abos, unbefristet und ohne Karte. Erinnerungen vor der Verlängerung, Preisänderungs-Alarme und Auswertungen gehören zu Plus. Das reicht, um herauszufinden, ob die Gewohnheit hält, bevor du irgendetwas bezahlst.
Die meisten finden in der ersten Sitzung zwei oder drei Abos, von denen sie nichts mehr wussten. Falls nicht, läuft der freie Plan einfach weiter.
Behalte deine Abo-Kosten im Blick
Die meisten Menschen zahlen für mehr Abos, als sie aufzählen können. Unbegrenzt viele Abos kostenlos verfolgen — ohne Karte, ohne Bankzugang.
Kostenlos startenHäufige Fragen
Welcher Cloud-Speicher ist der günstigste?+
Beim reinen Preis pro Speicherplatz liegt Google One meist vorn, Dropbox meist hinten. Der Preisvergleich führt aber oft in die Irre, weil du wahrscheinlich weniger Speicher brauchst als gebucht. Sieh zuerst nach, wie viel du tatsächlich belegst — der Wechsel in einen kleineren Tarif spart häufiger als der Anbieterwechsel.
Kann ich iCloud durch Google One ersetzen?+
Für Dateien und Fotos ja, für vollständige iPhone-Backups nicht. Geräte-Backups von iPhone und iPad kann nur iCloud übernehmen. Viele fahren deshalb bewusst zweigleisig: ein kleiner iCloud-Tarif für Backups, der grössere Speicher woanders.
Was passiert mit meinen Dateien, wenn ich kündige?+
Sie werden nach einer Übergangsfrist gelöscht, deren Länge sich je Anbieter unterscheidet und geändert werden kann. Verlass dich nicht auf eine Zahl: lade alles herunter, bevor du kündigst. Cloud-Speicher ist die einzige Abo-Kategorie, in der ein Kündigungsfehler Daten kostet und nicht nur Geld.
Warum sind meine Google-Fotos betroffen, wenn mein Gmail voll ist?+
Weil Google One den Speicher zwischen Gmail, Drive und Fotos teilt. Ein volles Postfach mit grossen Anhängen kann dazu führen, dass die Fotosicherung stoppt. Wer Speicher freiräumen will, sollte deshalb bei den Mail-Anhängen anfangen — dort liegt oft mehr als in den Fotos.
Lohnt sich ein Familien-Tarif beim Cloud-Speicher?+
In der Regel ja. Google One und iCloud+ erlauben es, denselben Speicher innerhalb der Familie zu teilen, ohne dass jemand Zugriff auf die Dateien der anderen bekommt. Zwei getrennte Einzeltarife im selben Haushalt sind fast immer teurer als ein geteilter Familien-Tarif.
